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Best of Südamerikareise 2018 – Peru

Nach 5 Monaten in Chile und Argentinien, einer Tour zu den Highlights in Bolivien traf ich mich mit Freunden in Peru.

Nach eisigen Tagen mit Hagel am Titicacasee und Schneesturm auf dem Weg nach Puno in Peru, ging es in die Ciudad Blanca Arequipa. Die Stadt ist sonnenverwöhnt, strahlt mit ihren weißen aus Vulkanstein errichteten Häusern und besitzt eine beeindruckende Klosteranlage, die eine eigene Stadt in der Stadt darstellt. Ein schöner Ort, um nach all der Kälte Sonne zu tanken und durch die netten Gassen zu schlendern.

1) Arequipa – die weiße Stadt

Arequipa ist die zweitgrößte Stadt Perus mit 845.000 Einwohnern, gelegen auf 2.300 Metern über dem Meeresspiegel. Der Nabel der Stadt ist auch die wunderschöne Plaza mit der Kathedrale und dem Ausblick auf den Misti Vulkan. Ein Stadtspaziergang führt durch das Koloniale Zentrum rund um den Plaza de Armas und weiter über die Brücke Grau zum Aussichtspunkt am Plaza Yanahuara. In Arequipa kommen wir auch in den Genuss von einem Stück Heimat bei Brotzeit und Kaffee im Kaffehaus in Arequipa mit einem sehr gemütlichen Biergarten. Nach dieser wohl verdienten Stärkung heißt es das Kloster Santa Catalina zu erkunden. Die Stadt in der Stadt bietet eine Zeitreise in das 16. Jahrhundert. Das Kloster Santa Catalina wurde im Jahr 1579 durch die wohlhabende Witwe María de Guzmán gegründet und war über 400 Jahre nur für die Nonnen und ihre Bediensteten zugänglich. Heute können die Besucher durch die farbenfrohen Gassen und Räumlichkeiten schlendern. Die weitläufige Anlage des Klosters unterteilt sich in verschiedene Bereiche und einige der Gassen tönen nach spanischen Städten: Toledo, Córdoba, Burgos, Sevilla, Granada und Málaga. Hierfür sollte man sich einen halben Tag Zeit nehmen, um die vielen Details zu erkunden.

Plaza de Armas in Arequipa

Kloster Santa Catalina

2) Colca Canyon

Viele Reisende kommen vor allem in den Colca Canyon, um die mächtigen Andenkondore in den frühen Morgenstunden bei ihren Gleitflügen zu beobachten. Der Kondor ist nicht unbedingt ein Vogel von besonderer Schönheit, die Flügelspannweite von bis zu 3 Metern verleiht dem ein oder anderen Zuschauer aber eine ziemliche Gänsehaut. Am Aussichtspunkt Cruz del Condor kurz vor Cabanaconde versammeln sich deshalb in den frühen Morgenstunden eine Schar von Menschen und Souvenirverkäufern, die sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen wollen. Es wäre aber sehr schade, diese Region zu besuchen, ohne den Colca Canyon zu erkunden. Schließlich ist es der zweittiefste Canyon der Welt. Standardmäßig kann man Touren buchen, die von Arequipa über Chivay zum Cruz del Condor führen und zum Teil auch eine Wanderung im Canyon beinhalten. Wir reisten schon einen Tag vorher in Cabanaconde an und ließen uns die frischen Gerichte im Pachamama Hostel und Restaurant schmecken. Am nächsten Morgen besuchten wir das Cruz del Condor und starteten dann unsere Wanderung ab dem Mirador San Miguel hinein in den Canyon eigenständig. Die ersten 2 Stunden führen bergab bis der Fluss überquert wird nach San Juan de Chuccho. Nach einer kurzen Pause geht es weiter über Coshñirwa, Malata nach Sangalle, wo es einige Unterkünfte mit Pool gibt. Deswegen wird der Ort auch Oasis genannt und eignet sich perfekt für einen entspannten Nachmittag, da die Temperaturen auch sehr angenehm sind. Am nächsten Morgen heißt es natürlich alle abgestiegenen Meter des ersten Tages wieder nach oben zu laufen. In 3 Stunden haben wir es geschafft und erspähen sogar noch einige Andenkondore auf dem Weg. Die Wanderroute kann auch noch erweitert werden z.B. durch einen Besuch in Llahuar oder Tapay (hier berichteten wir auch schon über Wanderrouten im Colca Canyon). Eine Grundfitness und gesunde Knie sind aber notwendig für die Wanderungen im Colca Canyon!

Kondor am Cruz del Condor

Wanderung in den Colca Canyon

3) Vom Süden in den Norden Perus – die Küste Perus

Zugegebenermaßen ist der südliche Küstenverlauf Perus an vielen Stellen eher trist und auf der Strecke von Arequipa nach Lima gibt es nur wenige Höhepunkte. Einer davon ist auf jeden Fall das Nationalreservat Paracas sowie die Islas Ballestas, die auch als das Galapagos für Arme bezeichnet werden und im Rahmen einer Bootstour besucht werden können. Hier trifft Wüste auf artenreiche Meeresbewohner. Im Nationalreservat leihen wir uns Fahrräder und erkunden die Halbinsel Paracas mit ihren traumhaften Stränden sowie Flora und Fauna. Nach einem kurzen Aufenthalt in dieser Region des Landes, geht es auch schon weiter über Lima und mit einem Nachtbus nach Huaraz. Angekommen auf wieder über 3.000 Metern bietet sich hier ein gänzlich verschiedenes Panorama.

Strand im Naturreservat Paracas

4) Huaraz & Santa Cruz Trek

Aktiv in Peru zu sein ist kein Problem. Wanderbegeisterte kommen in Huaraz auf ihre Kosten. Huaraz ist derzeit der wichtigste Ausgangspunkt für Erkundungen und Abenteuer in der Cordillera Blanca. Wer in Peru hoch hinaus möchte, kommt an dem Andenstädtchen nicht vorbei. Die Cordillera Blanca ist immerhin die höchste Gebirgskette der Welt außerhalb des Himalayas. Nach Ankunft von der Küste kann einem schon mal die Luft ausgehen, weswegen genug Zeit zur Akklimatisation eingeplant werden sollte. Rund um Huaraz gibt es einige Aussichtspunkte und Lagunen. Die „Laguna“ Wilcococha bietet eine perfekte halbtägige Akklimatisierungstour in der Nähe der Stadt Huaraz. Nachdem wir auch eine Tour zur Laguna Paron, die man mit dem Auto erreichen kann, gebucht hatten, stand die 4-tägige Wanderung – der Santa Cruz Trek – an. Eigentlich liegt Caraz hierfür deutlich günstiger, hat sich aber touristisch noch nicht so weit entwickelt wie die Schwesterstadt Huaraz. Deswegen ging es nach dem Besuch bei der Laguna Paron wieder in die gleiche Richtung in den Nationalpark Huascarán, eine recht lange Fahrt durch verschiedene Dörfer und entlang einer steilen Serpentinenstraße. Der Park umfasst die höchsten tropischen Gipfel der Welt, darunter auch den Huascarán, der mit 6.768 Metern höchster Berg Perus ist. Der Trek startet im Dörfchen Vaqueria und führt in 3 oder 4 Tagen über den Punta Union Pass auf 4.750 Metern vorbei an Lagunen und majestätischen Berggipfeln nach Cashapampa. Wer sich für die längere Variante entscheidet, kommt auch am Alpamayo Basecamp vorbei. Wegen seiner perfekten Eispyramide gilt der Alpamayo als einer der schönsten Berge der Welt. Ein weiterer beliebter Trek ist der Huayhuash, der konditionell aber deutlich anspruchsvoller sind, da jeden Tag ein bis zwe Pässe erwandet werden und die Dauer von 8 bis 14 Tagen variiert. Trekkingfreunden sind hier keine Grenzen gesetzt!

Ausblick vom Pass Punta Union

5) Chachapoyas

Der Norden Perus ist sicherlich genauso spannend wie der Süden, weshalb ein Abstecher nach Chachapoyas auf gar keinen Fall fehlen sollte. Von Huaraz gelangten wir über Trujilo, Huanchaco, Cajamarca nach Chachapoyas. Diese Route ist landschaftlich sehr reizvoll, dauert aber extrem lang. Komfortabler geht es von Chiclayo nach Chachapoyas oder man nutzt den Flughafen in Jaén. Chachapoyas ist eine hübsche Kolonialstadt und Ausgangspunkt für die Erkundung von Ausgrabungsstätten wie z.B. Kuelap, den Gräbern von Karajía und Revash oder den Wasserfällen Gocta und Yumbilla. Nicht umsonst fragten wir uns, ob Chachapoyas eigentlich das neue Cusco ist?

Kuelap

6) Amazonas

In Peru gibt es grob gesagt 2 verschiedene Ausgangspunkte für einen Besuch im Regenwald: den Manu Nationalpark oder Tambopata Reservat ab Puerto Maldonado oder das Amazonasgebiet und das Pacaya Samiria Naturreservat ab Iquitos. Während meiner Reise verschlug es mich über die Route Chachapoyas – Tambopata nach Yurimaguas und mit dem Frachtschiff bis nach Iquitos. Hier erlebte ich 4 Tage ein Regenwaldabenteuer in der Heliconia Lodge.

Amazonasgebiet um Iquitos

7) Cusco und Machu Picchu

Sicher fragt man sich an dieser Stelle, aber was ist mit Cusco und Machu Picchu? Das sind doch schließlich die Highlights einer jeden Peru Reise. Cusco und Machu Picchu blieben auf dieser Reise allerdings außen vor, da ich bereits im Juni 2013 in dieser Region zugegen war und an anderer Stelle auf unserem Blog berichtet habe. Während meiner Reise habe ich jedoch an vielen Stellen von dem Trek nach Choquequirao gehört, welchen ich gern während einer nächsten Reise nach Peru in Angriff nehmen würde.

Fazit nach 5 Wochen Peru

Riesige Distanzen überwunden und viele Stunden im Bus später, bleibt mein Resumee für Peru ein wenig zwiegespalten. Peru ist ein unglaublich vielfältiges Land und hat vor allem viele kulturelle und geschichtliche Höhepunkte, aber auch landschaftlich umwerfende Regionen zu bieten. Es ist aber auf jeden Fall erforderlich genügend Zeit mitzubringen und sich im besten Fall auf eine Region zu konzentrieren. In 5 Wochen von Süd nach Nord bedeuteten einen sehr straffen Zeitplan zu haben und manchen Orten konnte man deshalb einfach nicht gerecht werden bzw. genügend in das Leben vor Ort eintauchen. Peru, ich komme also wieder!

 

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