Heute wollen wir euch eines unserer Reiseländer näherbringen, das nach wie vor ein „Geheimtipp“ neben unseren beliebten Reisezielen Mexiko, Peru und Ecuador ist: das kleine, aber feine Guatemala!
Das Land ist zwar flächenmäßig um einiges kleiner als sein nördlicher Nachbar, kann jedoch kulturell und landschaftlich mit ihm mithalten (würde man Guatemala in Mexiko stecken, es würde ganze 18 Mal hineinpassen!). Da die meisten Menschen nicht viel mehr über das Land wissen als dass es in Mittelamerika liegt und Spanisch gesprochen wird, ist es Zeit euch zu zeigen, warum sich eine Reise nach Guatemala allemal lohnt!
Lebendige Maya-Kultur
Wo der Petén mit Tikal im nördlichen Tiefland eine Hinterlassenschaft der ursprünglichen Maya-Kultur ist, ist diese im Hochland noch heute so präsent und lebendig wie kaum anderswo. Der Anteil der indigenen Bevölkerung in Guatemala beträgt je nach Angabe zwischen 40 und 60 %. Die meisten sind Nachfahren der Maya und bekennen sich heute selbstbewusst zu ihren indigenen Wurzeln. Mehr als 23 verschiedene indigene Sprachen werden dabei noch heute in Guatemala gesprochen – eine Vielfalt, die das Land gerade so besonders macht. Denn indigen ist nicht gleich indigen – die ethnischen Gruppen unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer Sprache, sondern auch hinsichtlich ihrer kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Gefüge und Gepflogenheiten voneinander. Die bunten Märkte, fröhlichen Feste und indigenen Rituale prägen noch heute den Alltag vieler Guatemalteken und damit das Bild des Landes.
Farbenfrohes Kunsthandwerk
Alle haben sie eines gemeinsam: künstlerisches Talent. Guatemaltekisches Kunsthandwerk ist bekannt für seine farbenfrohen, fröhlichen Muster, sei es auf Textilien, Keramik, Schmuck oder Glas. Beim Schlendern über traditionelle Märkte werdet ihr einfach nur beeindruckt sein von der Kreativität und handwerklichen Geschicktheit der indígenas…. Der größte Markt Guatemalas findet jeweils donnerstags und samstags in Chichicastenango (die Guatemalteken nennen die Stadt liebevoll „Chichi“) statt. Sehr chaotisch, sehr bunt, sehr laut, aber man findet alles, was das Herz begehrt: raffinierte Webarbeiten, Tücher, Decken, Teppiche, Huipiles, Taschen, Keramik und noch viel mehr. Kleiner Tipp: wenn ihr in Sachen bunte Mitbringsel genauso „anfällig“ seid wie wir, lieber schon beim Hinflug genügend Platz im Koffer für den Rückflug einplanen ;-)
Einzigartige und ursprüngliche Landschaften
Wer die Natur liebt, wird von Guatemala begeistert sein. Zu den Highlights zählt allem voran der Atitlán-See, der sich auf einer Höhe von 1560 Metern spiegelglatt und tiefblau zwischen den Vulkanen Tolimán, Atitlán und San Pedro erstreckt. Steht man an seinem Ufer, könnte man meinen, man stehe vor einem besonders beeindruckenden Gemälde. Den See umsäumen unzählige kleine indigene Dörfer, die teilweise nur mit dem Boot zu erreichen sind. Ob man das typische Touristenziel Panajachel mit seinem Trubel und seinem auf ausländische Urlauber angelegten Travellerflair besuchen will, ist Geschmacksache. Für Unterhaltung und Einkaufsmöglichkeiten für traditionelle Souvenirs ist dort jedenfalls mehr als gesorgt.
Neben dem Atitlán-See gibt es außerdem noch eine ganze Reihe anderer Seen und vulkanischer Lagunen. Letztere kann man bei einer Besteigung eines der vielen Vulkane bestaunen, etwa die Laguna de Chicabal auf dem gleichnamigen Vulkan Chicabal. Seid ihr einigermaßen fit zu Fuß, solltet ihr euch den Vulkan Tajumulco (den höchsten Vulkan Mittelamerikas) nicht entgehen lassen! Der Aufstieg dauert ca. 5-6 Stunden und am Ende erwartet euch ein unschlagbarer Ausblick über Guatemala und sein Nachbarland Mexiko!
Ein besonderes Merkmal Guatemalas sind außerdem die beiden völlig verschiedenen Küsten. Die Pazifikküste wirkt durch ihre schwarzen, vulkanischen Sandstrände ziemlich exotisch. Hier locken eine artenreiche Tierwelt, üppige Mangrovenwälder und einsame Strandhütten in einsamer, wild-romantischer Natur. Im Osten trifft man dagegen auf eine völlig andere Küstenlandschaft:
Karbikflair
Hättet ihr gedacht, dass man in Guatemala auch das Flair der Karibik spüren kann? Im Departamento Izabal, dem einzigen an der Karibik gelegenen Teil Guatemalas, sind die Schönheit und das Lebensgefühl der Karibik ganz nah. Das Departamento ist geprägt von gigantischen Bananenplantagen sowie dem Izabal-See, dem größten See Guatemalas. An der Küste leben die Guatemalteken noch in sehr einfachen Hütten als Fischer. Am Rio Dulce gelegen befinden sich kleine Enklaven afro-guatemaltekischer Nachfahren – einstige Sklaven, die Garífunas, die sich auch „Black Caribs“ nennen und die sich damals nach einem Schiffbruch vor der Küste nach Guatemala retten konnten. Bis heute haben sie sich einen karibischen Lebensstil mit afrikanischen Einflüssen bewahrt. Vor allem in Livingston (nur per Boot zu erreichen) scheint man angesichts der Gelassenheit und der Langsamheit der Bewohner, die in kleinen bunten Holzhütten leben und wo ganz klischeehaft überall Reggae-Musik erklingt, in eine andere Welt einzutauchen.
Wiege der Maya
Mitten im dichten Dschungel im Norden des Landes liegt eine der geheimnisvollsten und beeindruckendsten Maya-Ruinen ganz Mesoamerikas: Tikal. Der Petén, der fast ein Drittel des Landes bedeckt, ist nach heutigen Erkenntnissen das Ursprungsgebiet der Maya. Tikal war lange Zeit eine der mächtigsten Maya-Dynastien. In seiner Blütezeit zwischen 600 und 900 n. Chr. wohnten dort wohl 100.000 Maya. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Überreste der einstigen herrschaftlichen Stätte wiederentdeckt. Heute wird Tikal wie alle Mayaruinen von unzähligen Touristen besucht, was die Bauwerke leider sehr beansprucht. Die Behörden investieren u.a. die Eintrittsgelder, um die Tempel zu erhalten.
Unser Tipp: Am besten startet ihr ganz früh morgens, wenn noch nicht so viele Touristen unterwegs sind. Vom Tempel IV aus habt ihr den besten Blick über den dichten, noch vernebelten Petén. Mit aufgehender Sonne erheben sich dann langsam die anderen Tempel aus den Dächern des Regenwaldes. In der Ferne liefern Ihnen Brüllaffen, Tukane und Papageien dazu ein Dschungelkonzert. Gänsehautgarantie!
Kolonialer Charme
Vor der Kulisse der drei Vulkane Agua, Fuego und Acatenango liegt Mittelamerikas vielleicht schönste und reizvollste Kolonialstadt – Antigua. Die ehemalige Hauptstadt wurde 1773 von einem schweren Erdbeben heimgesucht und viele Gebäude zerstört. Heute ist davon jedoch fast nichts mehr erkennbar; die wiederaufgebauten prunkvollen Kolonialbauten prägen das Stadtbild der UNESCO-Kulturerbestadt und verleihen ihm ein unvergleichliches Flair – fast wie ein lebendiges Museum. Antigua ist heute außerdem zugleich eine der gepflegtesten und modernsten Städte Mittelamerikas. Schicke Bars und Restaurants findet ihr hier ebenso wie zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Museen.
Exotische Früchte und schmackhafte Küche
Zu guter Letzt möchten wir noch das riesiege Angebot an frischen und köstlichen Südfrüchten anpreisen – allesamt sonnengereift und nicht noch halb grün, wie bei uns. Die Märkte sind voller Obst und Gemüse und ihr bekommt frisch gepresste Säfte für einen „schmalen Taler“. Hier könnt ihr alle bisher unbekannten Früchte durchprobieren und euch dabei noch gesund ernähren.
Die Küche ist ähnlich der mexikanischen – recht nüchtern im Grundzustand, aber mit den angebotenen Salsas könnt ihr euch jedes Gericht nach »gusto« würzen. Der berühmte braune Bohnenmus (frijoles) wird auch hier zu jedem Gericht gereicht. Tortillas gibt es natürlich auch dazu. In den Städten Guatemala City, Antigua und auch in Panajachel am Atitlan See ist es kein Problem sich vegetarisch zu ernähren – im restlichen Teil des Landes ist es – wie überall in Lateinamerika – recht fleischlastig.
Das waren nun viele Argumente für eine Guatemala Reise. Ob mit einer geführten Rundreise oder einer inviduellen Tour mit bereits organisierten Tagestouren und den vorgebuchten Hotels – wir greifen euch bei der Planung gern unter die Arme.
Marlen ist unsere Reise-Spezialistin für Guatemala. Ihr erreicht sie unter 0341-5299878 oder marlen@mio-tours.de.
Unser Tipp zum Schluss
Wir haben noch einen besonderen Tipp für die Reisevorbereitung, um im Fernweh zu schwelgen oder um euren Freunden nach der Reise von eurem Lieblingsreiseland Guatemala vorzuschwärmen: Der Reisebildband Guatemala und Copán von Fotograf Raimund Franken. Als wir die Fotos der guatemaltekischen Frauen und ihrer Webarbeiten gesehen haben, waren wir begeistert! Das Kaleidoskop an Farben ist unglaublich – fast fühlten wir uns nach Guatemala versetzt, hörten das „Klacken“ des Webstuhls und die Gespräche der Marktfrauen. Auch die Fotos der Welterbestätten sind atemberaubend – als würden wir zu Füßen der Pyramiden stehen! Es handelt sich um einen praktischen e-Bildband, der für nur 16,80 Euro bestellt werden kann.
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