Reisetipps Lateinamerika

Iquitos und Heliconia Lodge im peruanischen Regenwald

Es soll in das Amazonasgebiet gehen? Keine leichte Entscheidung, denn das Amazonasbecken in Südamerika nimmt einen gewaltigen Teil des Kontinents ein und umfasst mehrere Länder. Nur um Zahlen zu nennen: sechs Millionen Quadratkilometer (ca. 1/3 des Kontinents) in neun Ländern – das übersteigt aber sowieso jegliche Vorstellungskraft. Mit einem Blick auf die Landkarte wird aber klar – das Amazonasgebiet gigantisch und laut Forschern Heimat von Millionen von Insektenarten, zehntausenden Baum- und Pflanzenarten und 5.000 Arten von Fischen, Vögeln, Amphibien, Reptilien und Säugetiere. Der Besuch dieser Region sollte also auf keiner Südamerika Reise fehlen. Doch wie am besten entscheiden?

Der Besuch des nördlichen Perus lässt sich am besten mit einem Regenwaldbesuch in der Region Loreto kombinieren. Hier ist die Stadt Iquitos perfekter Ausgangsort für eine Regenwalderkundung. Die Anreise ist mit dem Speedboat, etwas abenteuerlicher mit einem lokalen Frachtschiff und Übernachtung in der Hängematte oder bequem mit dem Flugzeug möglich. Denn wer bei Regenwald an undurchdringliche Vegetation denkt, der sei hier vorgewarnt: Iquitos ist mit seinen knapp 400.000 Einwohnern eine bedeutende Stadt und hatte vor allem zu Zeiten des Kautschuk-Booms eine glorreiche Episode. Noch heute zeugen portugiesische Fliesen oder das Eisenhaus, welches angeblich der französische Architekt Gustave Eiffel entworfen haben soll, von Glanz und Gloria.

Die Metropole am Amazonas – Iquitos

Wer genügend Zeit mitbringt, dem sei ein Aufenthalt in der Stadt Iquitos nahe gelegt. Zum einem bietet die Stadt geschichtlich oder kulturell viele Möglichkeiten, zum anderen gibt es auch in der nahen Umgebung einige Ausflugsziele. Eine Stadtführung in Iquitos lohnt sich, um den außergewöhnlichen Markt in Belen kennenzulernen oder das Museum der indigenen Kulturen des Amazonasgebietes zu besuchen. Schmetterlingenthusiasten können im Mariposario Pilpintuwasi auf ihre Kosten kommen. Dort leben auch andere exotische Spezien wie Jaguare oder Kaimane. Gerettete Unterwasserbewohner kann man sich im ACOBIA-DWAzoo Manatee Rescue Center ansehen. Wem einfach nur nach ausspannen ist, kann einen Tag am Strand von Quistococha verbringen. Am Abend, wenn die Temperaturen wieder ein wenig angenehmer sind, lohnt es sich über den Malecon zu schlendern und z.B. ein kühles Getränk im Dawn by the Amazon Café einzunehmen oder typische Speisen im El Meson auszuprobieren.

Wo unterkommen? Unter dem Deckmantel des terraverde Unternehmens biette das Victoria Regia Hotel im Zentrum Iquitos eine komfortable Unterkunft mit eigenem Restaurant und Café.

Die Heliconia Lodge

Natürlich kommt niemand in das Regenwaldgebiet ohne wirklich in den Regenwald vorzudringen. Hier bietet sich ein Aufenthalt in einer der komfortablen Lodges an, die meist ein vielfältiges Ausflugsprogramm anbieten. Dies beinhaltet meist Wanderungen, Kayakfahrten, Vogelbeobachtungen und den Besuch einer lokalen Gemeinde.

Eingeladen von der Heliconia Lodge hatte ich 4 Tage Gelegenheit an dem spezifischen Programm der Lodge teilzunehmen und trotzdem genug Gelegenheit in meiner zimmereigenen Hängematte oder am Pool zu entspannen. Start war am Morgen des ersten Tages mit Abholung von einem Mitarbeiter der Lodge an der gewählten Unterkunft. Es ging dann zum Hafen von Iquitos, wo wir in ein Speedboat umgestiegen sind. Dieses brachte uns mit Stopp auf der „Affeninsel“ (eine Auffangsstation für gerettete Affen) zur Lodge am Amazonas, wo wir mit Begrüßungsgetränk im Eingangsbereich der Lodge empfangen wurden. Gemütliche Sofas laden hier zum Verweilen ein und die Guides geben das tägliche Aktivitätenprogramm durch. Dieses besteht u.a. aus Wanderungen durch den Primärregenwald, Piranhafischen, Vogelbeobachtungen, Besuch einer Gemeinde, Nachtwanderung oder dem Besuch einer Zuckerrohrplantage. So war bereits der erste Tag mit Highlights gespickt. Nachdem ich 3 Piranhas gefischt hatte, sahen wir die rosa und grauen Flussdelfine und haben am Abend bei einer Nachtwanderung Tarantulas und eine Boa entdeckt. Wobei dies dem wachsamen Auge des erfahrenen Guides Vladimir zuzuschreiben ist, der jede noch so kleine Regung im Dunkeln wahrnimmt. Da die weiteren Teilnehmer meiner Gruppe nicht mehr so gut zu Fuß waren, ging ich mit Vladimir alleine auf Wanderung durch den Regenwald. Wir sahen gigantische, giftige Ameisen, Frösche und ich erfuhr viel über die Verwendung und heilende Kraft der Pflanzen. Und wer hätte z.B. gedacht, dass es einen wandernden Baum gibt. Der so genannte „walking tree“, der mittels seiner langen und immer neu nachwachsenden Stelzenwurzeln seinen Standort verlagern kann. Auf diese Weise kann er sich Zentimenter für Zentimeter fortbewegen.

Alle Exkursionen finden mit gut ausgebildeten englisch- oder spanischsprachigen Guides statt, die auch auf die individuellen Wünsche der Gruppe eingehen. Tolle Sonnenuntergänge runden jeden Tag ab.

Zwischen den Exkursionen bleibt Zeit zum entspannen oder um das leckere Menü auszutesten. Je nach Anzahl der Gäste wird dieses in ansprechnder Buffetform oder als Menü serviert. Täglich gibt es leckere Säfte. Zugegebenermaßen wird die Auswahl nach einem längeren Aufenthalt jedoch recht langweilig, da es keine große Variation gibt. Kein Wunder aber auch – viele der Lebensmittel müssen ja auf kompliziertem Wege zur Lodge transportiert werden und im Normalfall verbringt man ja auch nur einige Nächte in der Lodge.

Unterkunft

Im typischen Amazonas Stil erbaut bietet die Heliconia Lodge Komfort für Einzelreisende, Pärchen und auch Familien. In der Nähe des Pools befinden sich geräumige Doppel-, Dreibett- oder Familienzimmer. Als Annehmlichkeiten gibt es einen Ventilator, einen Nachttisch, Safe, Kleiderstange, einen Regenponcho für die Ausflüge sowie eine Taschenlampe für nächtliche Exkursionen. Der Raum ist mit Fliegenschutzgittern vor Moskitos und anderen Krabbeltierchen geschützt. Anschließend an das Schlafzimmer gibt es eine kleine Terrasse mit Schaukelstuhl und Hängematte. Vier individuelle Bungalows im hinteren Bereich der Lodge sorgen für noch größere Intimität und erlauben einen noch direkteren Kontakt mit der umgebenden Natur.

Im hinteren Bereich der Lodge gibt es einen Aufenthaltsraum mit Hängematten und einem Bücherschrank. Nebenan steht auch eine Räumlichkeit für eine Ayahuasca Zeremonie zur Verfügung.

Gern informieren wir über den genauen Verlauf des Programms. Ein Aufenthalt von mind. 3 Tagen/2 Nächten ist empfehlenswert.

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