Biosprit- umweltfreundliche Alternative?
Fluglinien wollen mit der Einführung von Biosprit ihr Umweltbewusstsein demonstrieren. Aber ist Biosprit wirklich die ultimative Lösung um die CO2- Ausstöße zu mindern?
Erst vorgestern fand der erste internationale Passagierflug mit Biosprit überhaupt zwischen Madrid und Mexiko City statt. Die Boeing 777- 200ER war mit 250 Passagieren besetzt und landete am 2. August 2011 sicher in Madrid. Bereits 2008 testeten Airlines (Virgin Airlines) die Verwendung von Biotreibstoff. Momentan sei die Nutzung noch unrentabel, aber viele Fluggesellschaften planen eine Ausweitung.
Auch die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa ist eine der Pioniere, die ihren Airbus mit einem Gemisch aus Kerosin und Pflanzenölen im Tank zwischen Frankfurt am Main und Hamburg fliegen ließ. Die klimaschädlichen Emissionen sollen so verringert werden und fair verbrannt werden – Burnfair – so lautet der Name des Projektes. Und wird auch vom Bundeswirtschaftsministerium als sinnvoll angesehen und mit Steuergeldern gefördert. Noch befindet sich das Unternehmen in einer sechsmonatigen Testphase aber wenn festgestellt wird, dass das Gemisch nicht schädlich für die Triebwerke ist, ist es gut möglich, dass auch die Lufthansa bald Passagierflugzeuge damit starten lässt und andere Airlines dem Konzept folgen werden.
Allerdings werden die negativen Auswirkungen dabei außen vor gelassen. Für den Anbau der Pflanzen, aus denen der Kraftstoff gewonnen wird, werden nämlich riesige Flächen an Waldflächen und vor allem Regenwaldfläche gerodet. So heißt es, dass der CO2- Ausstoß sogar noch steigen wird.
In Europa gibt es den Plan bis zum Jahr 2020 9,5 Prozent der Energie für den Verkehr aus Biosprit zu gewinnen. Dass dafür Flächen doppelt so groß wie die Landesfläche von Belgien zu Ackerland umgewandelt werden müssen, interessiert dabei scheinbar wenig. Für den Biokraftstoff soll vor allem Ölsaat, Palmöl, Rohr- und Rübenzucker sowie Weizen produziert werden. Dabei werden auch oft Flächen genutzt, die eigentlich der Nahrungsmittelproduktion dienen. Außerdem werden die Lebensräume von vielen Tieren zerstört.
„Herkömmliche“ Energieressourcen wie Erdgas und Erdöl sind aber endliche Rohstoffe und bekannte Vorkommen gehen immer mehr zur Neige. Außerdem entstehen bei der Verbrennung ebenfalls hohe CO2- Emissionen. Steigende Ölpreise der letzten Jahre, verursachen auch immer mehr Unmut bei der Fahrt an die Tankstelle. Umweltschonender ist dabei die Wasser- und die Windenergie. Das Problem dabei ist, dass die Menge, die aus Wasserenergie in Deutschland gewonnen werden kann fast ausgeschöpft ist und riesige Windanlagen zerstören das Landschaftsbild und sind außerdem unzuverlässige Energiequellen, da der Wind nicht beeinflussbar ist. Ebenso verhält es sich bei der Sonnenergie, die bisher auch noch sehr kostenspielig ist.
So gibt es für jede Energiequelle Vor- und Nachteile. Eins ist jedoch klar: dass die perfekte Lösung noch nicht gefunden ist.
Jeder kann allerdings bewusst dazu beitragen, etwas gegen den CO2- Ausstoß zu tun. Viele Projekte und Stiftungen setzen sich dafür ein. Auf der Strecke Madrid- Mexico City beispielsweise (circa 9.000 Flugkilometer), trägt jeder einzelne Fluggast mit einer CO2- Emission von 2,7 Tonnen CO2 zum globalen Verbrauch bei. Um dies zu kompensieren wäre beim Projekt „Globe Climate“ zum Beispiel ein Betrag von circa 46 Euro notwendig. Projekte wie dieses unterstützen beispielsweise die Aufforstung des Regenwaldes.
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