Während ihrer letzten Mexiko Reise im Rahmen der Internationalen Messe FITA 2011 traf unsere Geschäftsführerin Ireen den Journalisten, Dozenten und Autoren Sebastian Schoepp. Sein neustes Buch „Das Ende der Einsamkeit. Was die Welt von Lateinamerika lernen kann“ war gerade neu erschienen. Sozusagen als „Nachbereitung“ besorgten wir uns den handlichen Schmöker, zumal bereits der Titel – was können wir wohl von Lateinamerika lernen? – neugierig machte.
Sebastian Schoepp schildert die unbemerkte Entwicklung der lateinamerikanischen Staaten von wirtschaftlich stark unterentwickelten und krisengebeutelten zu prosperierenden Ländern mit sozialen Marktwirtschaften. Während Europa und die USA an Finanz- und Wirtschaftskrisen „herumdoktorn“, steigt das Bruttoinlandsprodukt in vielen lateinamerikanischen Ländern stark an.
Außerdem haben sie, so die These des Autors, zumeist den Absprung von Diktaturen zu Demokratien (stabil würde ich persönlich nicht unterschreiben) geschafft. Einige Regierungen haben wirkungsvolle Sozialprogramme ins Leben gerufen, immer weniger Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze und die Mittelschichten in Lateinamerika wachsen. Schoepp belegt das an vielen Beispielen aus den einzelnen Ländern, so dass ich immer wieder erstaunt war, wie gut informiert der Autor über die Entwicklungen in einem so riesigen Kontinent ist. Als praktischer Nebeneffekt kenne ich mich nun besser unter den Politprominenten und ihren Werdegängen in Zentral- und Südamerika aus. Selbst der lateinamerikanische „Held“ Bolívar wird von Schoepp erwähnt (und demaskiert).
Das Buch „Das Ende der Einsamkeit“ (nicht nur eine Anspielung auf Gabriel García Márquez‘ Roman „Hundert Jahre Einsamkeit“, sondern auch auf das Buch „Das Labyrinth der Einsamkeit“ von Octavio Paz) kombiniert persönliche Erfahrungen des Autors während seiner Reisen und Aufenthalte in ganz Lateinamerika mit selbst geführten Interviews, Rückblicken in die Vergangenheit der einzelnen Länder sowie Verweise auf die Werke und Ideen berühmter lateinamerikanischer Autoren. Deshalb lohnt sich am Ende der Lektüre auch ein Blick auf die Literaturliste um vielleicht den ein oder anderen Denkansatz noch zu vertiefen.
Und was haben wir als Individualreiseveranstalter vom Buch „Das Ende der Einsamkeit“ gelernt? Nun, wir können jetzt mit unseren politisch interessierten Kunden, die nach Venezuela reisen möchten, über Hugo Chavez diskutieren, können Mexiko als Beispiel eines – trotz „Drogenkriegs“ – florierenden Wirtschaftsstandorts anbringen oder den erst kürzlich wieder aufgeflammten Konflikt um den Yasuní-Nationalpark in Ecuador einordnen.
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